Schaurig schön mystisch - geheimnisvolle Klänge plätschern dahin, eine zarte Frauenstimme scheint eine Melodie zu singen, doch im selben Augenblick verebbt sie wieder. Auf der dunklen Wasseroberfläche blitzen Lichtreflexe. Ist es der Mond, der durch das Blätterwerk der Bäume scheint? Gebannt starren wir auf die winzigen, sich kräuselnden Wellen, versuchen, die Lichtpunkte zu einer Figur zusammenzupuzzeln, doch die bewegte Fläche verzerrt das Spiegelbild, verweigert dem Betrachter, etwas zu erkennen.

 

Wie lange schon stehen wir hier? Sekunden, Minuten ? Plötzlich durchbricht ein Kopf die spiegelnde Wasserfront. Fast unbeweglich gleitet er zwischen Wasser und Luft dahin. Wie ein Messer durchschneidet ein schrecklicher Gedanke unsere Wahrnehmung. Da endlich bewegt sich der kleine Körper und schwimmt unbekümmert durchs Bild.

 

 

Marion Benz, Basler Zeitung, Kulturmagazin, 16. Dezember 2004