ANNATINA GRAF

ROT DES FEUERS, DER GLUT, DER SINNE

 

Eigentlich versteht sich Annatina Graf als Malerin und ist auch bisher, mit Ausnahme von Grafiken, stets mit Malerei in Erscheinung getreten. Ein 12teiliger Block in die Monochromie zurückgenommener Bilder mit wenigen Körper-Schattierungen zeugt davon.

Doch eines Tages entdeckte Graf eine Digitalkamera mit schwenkbarem Objektiv, das es erlaubt, den eigenen Körper direkt ins Bild zu bringen. Eine Methode, die Hannah Villiger (1951-1997) seinerzeit mit ihren Körperpolas erstmals ins Zentrum rückte. Für Graf ist das Körperbild jedoch nur Anfang, eine Art Modell für die Malerei am PC. Hier übergiesst sie die Körperfragmente mit Feuer(bildern), lädt sie rot auf und bereitet sie für die Rückführung in die Fotografie vor, die schliesslich auf Alu aufgezogen zum Ausstellungsobjekt wird. Es sind die Digital-Projektionen von der Decke auf den Boden, welche der Ausstellung als Inszenierung das Besondere vermitteln. Die Bilder beruhen auf denselben Vorlagen wie die Fotografien, somit kein Video-Feuer, das die Bilder brennen liesse. Doch die Erscheinung auf dem Boden verändert die Wahrnehmung. Die Füsse sind angesprochen, es ist als müsste man sie durch den Körper hinauf zum Gehirn weiterleiten. Und das ist, vom Thema her naheliegend, die Absicht der Künstlerin

 

 

 

Annelise Zwez, Bieler Tagblatt, 26. April 2001