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Vom Glanz der Dunkelheit

 

Stiehlt sich die Sonne abends mit ihrem Licht davon, bricht Dunkelheit über uns herein, nimmt uns ihren Schatten gefangen und kann uns Unbehagen bescheren: Angst vor Geistern, vor Mord und Totschlag, vor Einsamkeit und den eigenen Dämonen.

Die Nacht lässt Konturen verschwinden, reduziert das Blickfeld und befreit uns scheinbar von den Gesetzmässigkeiten des Tages – den Blicken der anderen, den Gesetzen der Realität.

Alles scheint möglich, ob wir schlafen oder wachen. Unsere Vorstellungskraft wächst und damit unsere Kreativität, unser Mut, unsere Verwegenheit, und unsere Träume lassen uns gar fliegen.

 

Wir machen die Nacht zum Tag, hebeln astronomischen Gesetzmässigkeiten aus, ignorieren physische und psychische Grenzen und hoffen am Ende, diese eine Nacht in irgendeiner Form lebend zu überstehen.

 

Das Versinken der ferneren Umgebung im Dunkeln, schärft die Fokussierung auf das Naheliegende und führt zu einer anderen Form der Wahrnehmung und Handlung.

 

Von den Besonderheiten des Lebens fern vom Tageslicht erzählt die Werkgruppe „Nightlife“.

Der goldene Bildgrund, mit unzähligen schwarzen Lasuren überdeckt, schimmert leuchtend und schenkt dem Motiv seine Einzigartigkeit.

 

Gold wird mit Macht und Reichtum in Verbindung gebracht und ruft Gier, Neid und Habsucht hervor. Ein Edelmetall, welches ungeheure Energien entfachen kann.

 

Die Nacht und das Goldene, hell und dunkel, vereinen sich in Nightlife und erzählen von unterschiedlichen Aspekten und Zuständen des eigenen Seins und potenzieren den Bildinhalt dank ihrer Eigenschaften.

 

Als Vorlage dienen mir Fotos, die alle nachts entstanden sind. Sekunden festgehalten in einem Bild, fremd und doch nah, weil jede/r um die Besonderheiten der Nacht weiss und ihr auch viel Potenzial (bewusst oder unbewusst) zuspricht.